Schwarzenhof - Boek - Speck -Schwarzenhof (22km oder 25km)

Ein besonderes Erlebnis bei dieser Tour sind die weiten Moore   östlich der Müritz. Beobachtungseinrichtungen (Türme) bieten faszinierende Landschaftseindrücke und laden zur Rast ein. Wegen der Länge des Rundweges läßt sich die Strecke auch mit dem Fahrrad zurücklegen. Die benutzten Wege sind alle gut befahrbar. Aber vergessen Sie nicht, stehenzubleiben - beim Fahren entgeht Ihnen Vieles.

Specker Horst

Das Wort "Horst" hat nur indirekt mit dem bekannten Vogelnest zu tun. Die vor der Entwässerung vor etwa 200 Jahren durch die Schiffbarmachung der Elde aus der Müritz herausragenden Sandinseln wurden "Horste" genannt. Die Bezeichnung hat sich auch nach der Absenkung des Wasserspiegels um ca. 2m und Trockenfallen großer Gebiete bis heute gehalten.


Staatsrat Dr. Herrmann, dem auch die Güter Federow und Schwarzenhof gehörten, kauft 1929 das Gut Speck. In den 1930er Jahren lässt Dr. Herrmann eines seiner Häuser vom Rederangsee zum Specker Horst umsetzen und nutzt dieses als Jagdwärterhaus. Nach dem 2. Weltkrieg wird 1949 von der DDR-Regierung das "Naturschutzgebiet Ostufer der Müritz" gegründet, das 1959 durch die Staatssicherheit Neubrandenburg übernommen und 1969 als Staatsjagdgebiet "Müritz" persönliches Jagdgebiet für den DDR-Ministerpräsident Willi Stoph wird. Im Zuge dieser "Umwidmung" werden die alten Gebäude des Herrn Herrmann beseitigt und der Jagdsitz "Birkenheide" aufgebaut.
Nach der Wende wurden 1991 die Gebäude abgerissen und das ganze Gebiet wird renaturiert, d.h. es wird sich selbst überlassen - und die Natur nimmt sich ihr Recht. Heute stehen nur noch einige der damals angepflanzten Obstbäume als "Hinterlassenschaft". Im Sommer laden sie zum Abpflücken und Genießen ein. Bedienen Sie sich! Die Parkverwaltung wird schon ein Auge zudrücken.

Herrmannskanal

Nach 1932 entstand der "Herrmannskanal" . Dieser war ursprünglich als Verbindungskanal von Speck zur Müritz durch die Binnenmüritz gedacht.
Da die Stadt Waren Herrn Herrmann den Bau nicht genehmigen wollte, ließ er den Kanal weiter südlich an der Grenze seines Besitzes graben.
1973 wurde der Kanal ausgebaut. Dies hatte eine starke Absenkung der des Wasserspiegels der Specker Seen und Moore zur Folge. Die Trockenlegung begünstigte die Ausbreitung von Birken.
Nach mehreren trockenen Jahren wurde der Kanal 1989 mit einem Erddamm verschlossen.
Seitdem steigt der Wasserspiegel und die Birken verschwinden wieder , da der Standort ihnen zu nass ist (s.a. Wanderung 3). Es entsteht neuer Lebensraum für Wasser- und Watvögel auf der südlich Speck gelegenen Fläche, die bis 1990 landwirtschaftlich genutzt wurde.

Nachdem Sie den Herrmannskanal ein gutes Stück zur Linken begleitet haben (bewundern Sie die Schönheit der Seerosen und die Viefalt der Tiere im und um den Kanal), queren Sie ihn auf dem "Trenndamm" und verlieren ihn so nach rechts aus den Augen.

Sie nähern sich nun Boek. Machen Sie eine ausgiebige Rast vor dem Gutshaus  und stärken Sie sich, bevor Sie das nächste Drittel des Rundweges in Angriff nehmen, der bis zum Käflingsberg beständig ansteigt.

Besteigen Sie, wenn Ihre Kondition noch ausreicht, den Käflingsberg-Turm (spätestens um vier dort sein, weil er um fünf abgesperrt wird) und genießen Sie aus 31m Höhe über dem Berg (167 Stufen) einen überwältigenden Rundblick über den Nationalpark, den Sie so sonst nur aus dem Flugzeug haben würden. Beim Besteigen des Turmes wird um eine Spende von 1 Euro für den Nationalpark gebeten, die sich lohnt!

Die letzten Kilometer bis Schwarzenhof über Speck werden Sie auch noch schaffen. Sollten Sie zu den Durchtrainierten gehören, können Sie sich auch noch in Speck umschauen. Wenn nicht, oder wenn Ihnen unsere Wanderungen gefallen, begeben Sie sich mit uns auf die nächste Tour, die Speck und Umgebung zum Ziel hat.