Waren (21km) (24km)

Der Weg von Schwarzenhof nach Waren ist bis Punkt A von einigen andern Ausflügen bereits bekannt. Bis zum Punkt B laufen bzw. fahren Sie auf Asphalt durch den Wald. Kurz hinter B beginnt die Wohnbebauung.

Hier will ich nicht den Weg beschreiben, denn der ist nicht das Ziel, sondern die Kreisstadt Waren.
Ihre Wanderung führt Sie direkt zum Stadthafen . Und spätestens jetzt sollten Sie sich den "Stadtplan" anzeigen lassen , damit Sie die Sehenswürdigkeiten auch "finden".

Beginnen wir unseren ganz kleinen Rundgang mit einer Tasse Kaffee bei einem der "Italiener" im Stadthafen . So gestärkt und ausgeruht, wenden Sie Ihren Schritt am "Schiffsschrauben-Brunnen" vorbei in Richtung "Neuer Markt" . Dort angekommen, können Sie nur hoffen, dass gerade kein Wochenmarkt ist; denn nur dann sehen Sie vor sich die schöne alte "Löwen-Apotheke" und rechter Hand die Schmalseite des 1797 in Tudorgotik errichteten "Neuen Rathauses" . Um dieses prachtvolle Gebäude frontal zu sehen , gehen Sie einfach vor der "Löwen-Apotheke" nach rechts. Et voilá.

Die Marien Kirche finden Sie sicher auch ohne meine Hinweise.

St. Marien steht auf dem höchsten Punkt und prägt mit ihrem 54 Meter hohen Turm das Stadtbild. Das Gotteshaus besitzt noch den alten Chor aus Feldsteinen. Man sagt, dies sei der älteste Teil der Stadt überhaupt.
In der Gotik wurde die ehemalige Kapelle durch ein dreischiffiges Langhaus erweitert. Die gewölbte Decke stürzte bei einem schweren Brand 1637 ein.
Die Kirche stand lange als Ruine, bevor man im Innenraum die übriggebliebenen Gewölbepfeiler entfernte und damit einen farbenfrohen klassizistischen Saalbau schuf, der auch mehr der lutherisch heiteren Frömmigkeit entsprach.
Auf den mittelalterlichen Turmstumpf kam nach 1799 der neue achteckige Schaft, der eine mächtige barocke Haube trägt. Erst 1818 war dann der Wiederaufbau endgültig abgeschlossen. Wenn Sie Waren von oben sehen möchten (dringend empfohlen), besteigen Sie unbedingt den Turm.

Schlendern Sie nach der erfolgreichen Turmbesteigung durch die malerischen Gassen zur Georgen Kirche.

St. Georg ist eine Backsteinbasilika. Auch sie blieb bei den vielen Bränden nicht verschont. Der letzte große Brand 1699 verwandelte sie in eine Ruine. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie im 19. Jahrhundert. Versuchen Sie das Innere zu besichtigen. Uns hat man mehrfach - ohne Angabe von Gründen - den Zutritt nicht gestattet, obwohl auch St. Georg eine "offene Kirche" ist, wie sehr viele Gotteshäuser in der Müritzregion.

Wenn Sie sich wundern, warum denn beide Kirchen ein "Sankt" im Namen führen, obwohl die Lutheraner das nicht kennen, bedenken Sie bitte, dass beide Kirchen zunächst "katholisch" waren und erst nach Einführung der Reformation umgeweiht wurden, wobei man die Namen beibehielt.

Hoffentlich haben Ihre Füße bis hierhin mitgemacht, denn es steht ja noch der Rückweg bevor. "Konditionslos" schleppen Sie sich zur Steinmole , von wo der Müritzbus abfährt, der Sie sitzend nach Schwarzenhof bringt (näheres zum Müritzbus in Ausflug 10) . Sonst gehen Sie frischen Mutes zum Stadthafen, trinken noch einen Kaffee und nehmen den Heimweg in Angriff.

Waren
hat seit dem 14. Jahrhundert Stadtrechte und entwickelte sich im Mittelalter aus unterschiedlichsten Gründen zu einer „durchschnittlichen“ Ackerbürgerstadt. Trotz der außerordentlich geringen Bevölkerungsdichte des Landes gehörte Waren noch zu den größeren Orten. Nach den Verheerungen des 30-jährigen Krieges ereilte 1699 ein weiterer existenzieller Schicksalsschlag die Stadt: ein Stadtbrand zerstörte Waren fast völlig.
Im 19. Jahrhundert verbesserte die Verkehrsanbindung durch Schifffahrt, Eisenbahn und Straßenbau die wirtschaftliche Lage Warens und machte die Stadt zu einem Verkehrsknoten in Mecklenburg.
Die industrielle Entwicklung, die nie richtig Fuß gefasst hatte, trat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Bedeutung hinter den Fremdenverkehr zurück, welcher nicht zuletzt dank der "Werbung" durch Theodor Fontane neben der Landwirtschaft zu einer Haupteinnahmequelle der Stadt bis in die zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde. In dieser Zeit bemühten sich neun Hotels und Gasthöfe, 20 Pensionen und zehn weitere Restaurants um die Urlauber.
Seit 1920 Kreisstadt, wurde Waren auch verwaltungstechnisch Mittelpunkt der Müritzregion. Die Stadt wurde politisches, soziales und kulturelles Zentrum und beeinflusste so auch das Umland. 1999 wurden Waren der Titel eines Luftkurortes verliehen. Die Stadt Waren gehört nicht zum Müritz-Nationalpark, der am Ostufer der Müritz beginnt.

Direkt am Wasser im Yachthafen erleben Sie gelassen - mediterranes Flair, in der historischen Altstadt fühlt man sich in die nach-mittelalterliche Zeit zurückversetzt.
In den Sommermonaten kann es vorkommen, dass die Straßen Warens vor Menschen nur so wimmeln (besonders an Markttagen). Dann erinnert das Treiben (mehr das Geschiebe) doch eher an die vorweihnachtlichen verkaufsoffenen Sonntage in Großstädten.