Musik machen | Kopfkino | Sport der Anderen

MUSIK...

... ist die Kunst, die Töne so ordnet, dass Melodien im zeitlichen Nacheinander, Harmonien im gleichzeitigen Nebeneinander oder Übereinander hervorgebracht werden und durch rhythmische Gliederung Werke entstehen, die das menschliche Gefühlsleben auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck bringen.

„Musik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Musik>

Zwölf Töne

Der Genuss von Musik beliebiger Form und Herkunft unterliegt keinem Gesetz. Deshalb darf keinem der vielfältigen Geschmäcker irgendein Vorzug gegeben werden. Manche Musikliebhaber erlernen sogar die eigens geschaffene Schrift und die jeweilige Sprache eines Instrumentes, um sich damit selber ausdrücken zu können.


Musik ist und bleibt Musik, egal welche Unterscheidungskriterien man auch anwenden mag. Und es ist belanglos, ob man als Freund einer bestimmten Musikrichtung von Andersdenkenden in eine Schublade gesteckt wird, der ein (meist abwertendes) Etikett aufgedrückt wird, denn jede Form von Musik wurde letztlich aus dem gleichen Vorrat von zwölf Noten zusammengebaut. Egal ob Rap, Schlager, die Werke von Johann S. Bach, Wolfgang A. Mozart oder Ennio Morricone: Alles ist und bleibt „Gebrauchsmusik“ und keine der Stilrichtungen hat ein ihr innewohnendes Alleinstellungsmerkmal, genauso wie keines der verwendeten Instrumente die anderen beherrscht.

Hier nun wird dem Saxophon der Vorzug gegeben, weil es für mich – ganz subjektiv – ein warmes, einfühlsames Instrument ist, das in der Tenorlage der menschlichen Stimme ziemlich nahe kommen kann. Jeder, der sich mit seinem musikalischen Ausdrucksmittel angefreundet hat, wird von seinem „Gerät“ genauso denken. Viele der hier angebotenen Übungen lassen sich sicher auch für Flöten oder Blechblas-Instrumente verwenden, jedoch habe ich besonders auf die Eigenheiten des Saxophons Rücksicht genommen.
(Foto: Original YouTube, Bearb. W. Memleb → PAUL DESMOND - TAKE FIVE )

Zur beliebig häufigen, eindeutigen Wiederholbarkeit wird Musik mit Symbolen niedergeschrieben – vor allem für Menschen wie mich, die eben nicht auswendig oder nach Gehör spielen können. Und dieses (für Außenstehende) „kryptische Zeug“ bereitet dem Anfänger meist die größten Schwierigkeiten, wenn er oder sie die Symbolik geschwind in Fingerbewegungen umsetzen soll. Machen Sie sich einmal bewusst, dass Lesen und Schreiben anfangs auch schwer genug zu erlernen war. Trotzdem hat jeder die Mühe auf sich genommen und Sie haben es geschafft: Sie können dies hier lesen. Mit den vertrackten Noten verhält es sich ähnlich: Wer sie braucht, wird ihr Geheimnis lüften und lernen, damit umzugehen – es sei denn, Jemand gehört in die Kategorie der Begnadeten, die sich ein Instrument greifen und ohne jede Kenntnis von Noten ruckzuck oder nach kurzer Zeit all ihre Stimmungen damit ausdrücken können.

Vergnügliches

Musik selber machen ist schön. Macht man sie gemeinsam mit zwei, drei anderen, wird’s noch schöner. Das will aber gelernt sein und da sind bearbeitete Stücke alter Meister hilfreich, weil sie durch ihre einfache Struktur geradezu einladen, sie durch Dynamik und Phrasierung zu gestalten.


Die Beschäftigung mit klassischen — oder einfach nur alten — Stücken besitzt ein enormes Lernpotenzial: Der Spieler übt quasi nebenbei Läufe und Verzierungen und die (meist) einfachen Melodien erschließen sich schon nach kurzer Zeit. Der „Kampf“ mit Fingersätzen (ja, auch die gibt es beim Saxophon) hält sich in Grenzen, obwohl es vorkommen kann, dass man sich „einen Knoten in die Finger“ spielt, will sagen: Bestimmte Passagen wollen einfach nicht so geschmeidig gelingen, wie man sich das vorstellt.

Mehrere Spieler können als Gruppe zusammenfinden und gemeinsam musizieren, wobei die „Einfachheit“ der Stücke hervorragend geeignet ist, das gegenseitige „aufeinander Hören“ zu schulen. Zudem verlangen viele klassische Stücke nach ausgeprägter Dynamik und feiner Ausdrucksfähigkeit: Laut und hart Saxophonspielen kann jeder nach kurzer Zeit, aber weich und leise, das ist schon eine Kunst für sich und nebenbei ein feines „Lungentraining“.
Wenn man nun die ganze Dynamik des Saxophons und seine Klangvielfalt hier einsetzt, wird das Ergebnis „einfach nur schön“ sein und dem geneigten Zuhörer viel Freude bereiten (auch, wenn wie hier, auf einem LKW gespielt wird) .

Fast alle Stücke wurden auf Spielbarkeit hin optimiert (je nach Instrument), so dass die einzelnen Sätze bei gleicher Instrumentenzahl nicht immer identisch sein müssen. Bekanntermaßen war das Saxophon zu Zeiten der älteren klassischen Komponisten noch nicht erfunden und so weichen die Bearbeitungen mehr oder weniger stark vom Original stark ab. Die Melodiestimme klingt auch als Solo (meistens die erste Stimme), die Begleitstimmen sind je nach Komposition nicht unbedingt als eingängig zu bezeichnen – beim Üben dieser Stimmen ist deshalb eine gewisse Hartnäckigkeit gefragt.

Viel Vergnügen beim Stöbern und Nachspielen.